Die Geschichte der Christuskirche

Im Jahre 1960 wurde die Kirchengemeinde Bad Schwartau, die die alte Stadt Bad Schwartau umfaßt, von der Gesamtgemeinde Rensefeld-Bad Schwartau abgetrennt. Die Gemeinde hat heute zwei Pfarrstellen, von denen eine bereits 1914, die zweite 1945 errichtet wurde.

 Bereits 1959 war ein Kirchbau beschlossen worden, weil – außer der Georgskapelle – nur ein behelfsmäßiger Gottesdienstraum im Lutherhaus in der Schillerstraße zur Verfügung stand. Das Lutherhaus – eine ehemalige Privatschule – war 1927 angekauft worden, weil die Inflationszeit Kirchbaupläne, die schon damals bestanden, zunichte gemacht hatte.

 Im ehemaligen Turnsaal der alten Privatschule fanden die Gottesdienste und alle kirchlichen Veranstaltungen statt. Seit 15.07.1946 wurde der Raum zusätzlich als Kindergarten genutzt. Die Stadt Bad Schwartau zeigte Interesse am Gelände der alten Privatschule in unmittelbarer Nähe des Solbades. Daraufhin wurde die Übersiedlung der kirchlichen Einrichtungen auf ein neues Areal an der Ecke Berliner Straße und Auguststraße beschlossen.

 Als erster Bauabschnitt entstand ein Kindergarten, der am 14. Juni 1959 eingeweiht und inzwischen erweitert wurde.

 Am 01. Juli 1960 wurde der Grundstein zur Christuskirche gelegt. Die Kirche wurde von den Hamburger Architekten Sandtmann & Grundmann entworfen und gebaut und am 16. Juni 1961 geweiht. 1963 konnte das neue Lutherhaus bezogen werden. Das alte Lutherhaus, die ehemalige Privatschule, wurde an die Stadt Bad Schwartau verkauft, die nun die Möglichkeit erhielt, das Solbad umzubauen und Kurmittelhaus und Trinkhalle zu errichten.

 Das neue Kirchenzentrum an der Auguststraße bot dem kirchlichen Leben neue Möglichkeiten. Im modernen Bau der Christuskirche sind traditionelle und bodenständige Elemente vereinigt: Der Eisenbetonbau erhielt eine backsteinverblendete Außenhaut. Die Kirche wirkt – wie unsere alten Wehrkirchen – burgähnlich. Das gestufte Dach über Gemeinderäumen, Kirchenraum und Turm erinnert an das Aufstrebende der alten gotischen Kirchen. Der Kirchenraum ist durch die Anordnung de Bestuhlung auf Altar, Kanzel und Taufstein und damit auf Wortverkündigung und Sakramentsverwaltung zentriert. Der Blick des Betrachters wird durch die aufsteigende Decke nach vorn und oben geleitet, wo über dem Kreuz eine große schmiedeeiserne Krone angebracht ist. Das Thema „durchs Kreuz zur Krone“ ist hier baulich dargestellt.

 Die Krone ist mit sechs biblischen Darstellungen und mit sechs Engelsfiguren geziert.  Der Stern von Bethlehem, die Krippe und die Weisen aus dem Morgenland sind die Hauptmotive. Über diese Krone fällt das Licht durch die Turmfenster auf den Altar. Der Gedanke, die Lichtführung in den Dienst der architektonischen Aussage zu stellen, ist von Le Corbusier übernommen, an dessen bekannte Kapelle in Ronchamp auch die Innengestaltung des Turmrunds der Christuskirche erinnert. Die Kirche erhält so ein Licht, das zu stiller Andacht, zur Meditation und zum Gebet einlädt.

 Der Corpus des Altarkreuzes wurde von Gerhard Marcks geschaffen, der auch den Barlach-Figurenfries an der St. Katharinenkirche in Lübeck und das Triumphkreuz in St. Marien schuf. Der Schwartauer Corpus war als Thomaskreuz entworfen worden und stand früher bereits in der Altarnische des alten Lutherhauses. Der Taufstein ist aus Zement an seinem Platz gegossen und trägt als figürlichen Schmuck eine stürzende Taube.

 Der Turm ummantelt den Altar sowie die Kanzel und den Ambo. Die vier Glocken sind auf die Mutterkirche in Rensefeld abgestimmt und erklingen in Harmonie mit der benachbarten Martinskirche in Cleverbrück. Die Kemper-Orgel hat 25 Register. Sie wurde an Michaelis 1963 eingeweiht.

Für die bereits am 10. Mai 1907 gegründete Schwesternstation konnte ein Haus für Schwesternwohnung, Stationsraum und als Wohnung für andere kirchliche Mitarbeiter angekauft werden.

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